Affektives Entrepreneurship: Zur Konstruktion, Aneignung und Veränderung weiblicher Rollenmodelle in digitalen Medien
Kurzbeschreibung
Digitale Medien ermöglichen neue Sichtbarkeiten von Führungspersonen. Auf sozialen Medien und digitalen Plattformen treten Führungskräfte zunehmend multimedial und ausdrucksvoll in Erscheinung. Diese alltägliche Interaktion lässt sich als strategisches Tun von Führungskräften einordnen. Hier werden auch weibliche Entrepreneurinnen (die eine Form von Führungspersonen darstellen) auf neue Art sichtbar. Sie treten emotional auf, was gängige rational und männlich geprägte Vorstellungen erweitert – aber erst ansatzweise als „affective entrepreneurship“ erfasst wurde. Dieses Phänomen ist von Interesse, da Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind und es einen Mangel an weiblichen Rollenmodellen gibt. Dieses Projekt verfolgt die Annahme, dass gerade das oft ausgeblendete Affektive bei der Konstruktion, Aneignung und Veränderung von weiblichen Rollenmodellen eine bisher unzureichend erfasste Rolle spielt. Das Projekt untersucht, wie Entrepreneurinnen als medial vermittelte Rollenmodelle sozial konstruiert werden, wie ihnen unter der analytischen Perspektive der Identitätsarbeit im Prozess der Aneignung Bedeutung zugeschrieben wird, und inwiefern sie bestehende Vorstellungen von weiblichen Führungspersonen verändern können. Es vertritt eine sozialkonstruktionistische, interpretative Perspektive in der führungsbezogenen und geschlechterbezogenen Managementforschung und integriert praxeologische Perspektiven auf Affekte aus anderen Disziplinen, um das Feld theoretisch und methodisch weiterzuführen.
Neben der Analyse von qualitativen Interviews, digitaler Ethnographie, rezeptionsästhetischen Ansätzen und praxistheoretischer Analyse kommt übergreifend künstlerische Forschung zum Einsatz, die mit audio-visuellen, digitalen Methoden und generativer KI zu Rollenmodellen „in digitalen Medien“ arbeitet.
Die Erkenntnisse erweitern die Managementforschung grundlegend gestaltend (strategisches Handeln) sowie gendertheoretisch (weibliche Rollenmodelle), führungsbezogen (sozio-materielles Verhalten), methodisch (qualitative und künstlerische Ansätze, die affektive Prozesse und Strukturen zugänglich machen können), didaktisch (Identitätsarbeit in der Aus- und Weiterbildung) und praxisbezogen (Auftreten und Interaktion in digitalen Medien).
Projektlaufzeit: 09/2026 - 08/2029
Fördermittelgeber:innen: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Fördervolumen: 453.000,00 €
Projektpartner:innen:
- IWK Institut für Weiterbildung
- Dr. Laura Lee (University of Winchester, UK – Lecturer of Music Performance and Production, Artistic Researcher)
- Prof. Dr. Dirk vom Lehn (King’s College, London, UK – Professor of Organisation and Practice)
- Björn Krass-Koenitz (SRH Innovations- & Startup-Lab, Gründerzentrum – Leiter)
- Prof. Dr. Jürgen Weibler (FernUniversität in Hagen – Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, inbes. Personalführung und Organisation)

Projektmitarbeitender

