Im M.A. *International Management – Creative Leadership* analysieren Studierende Filme und Popkultur, um Führung, Macht und Identität zu reflektieren und die Erkenntnisse kreativ auf ihre eigene Leadership-Praxis zu übertragen.

Das Studium im M.A. International Management mit dem Schwerpunkt „Creative Leadership“ umfasst die Verbindung von akademischer Theorie mit der Welt der Popkultur. Eine Methode, die wir dabei einsetzen, ist unser Ansatz des „Lernens mit Film“ – ein Ansatz, der Kino, Fernsehen und Streaming-Inhalte als Ressource für Leadership nutzt. Anstatt Film und Medien nur als Unterhaltung zu betrachten, untersuchen wir sie als ästhetische Medien, die viel von dem vermitteln, was treffend als die „chaotische, ungeordnete Seite“ des organisatorischen und beruflichen Lebens beschrieben wurde. Filme ermöglichen es den Zuschauenden zu erleben, wie Führungskräfte und Mitarbeitende mit sich selbst und anderen, mit ihrer Identität, Macht und gemeinsamen Zielen ringen.
Dieser Ansatz baut auf unserer Forschung auf, wie zum Beispiel den Beiträgen von Prof. Dr. Brigitte Biehl zur Buchreihe Exploring Effective Leadership Practices through Popular Culture bei Emerald. In dieser Reihe wird populäre Medienkultur – von Superhelden bis hin zu Reality-TV – analysiert, um Leadership besser zu verstehen. So untersucht Biehls Studie über die Kardashians Führungskonzepte, die sich auf Frauen in der Wirtschaft konzentrieren, und die Hindernisse, denen sie in einer von Männern dominierten Welt begegnen. Ihr erfahrungsbasiertes Lernkonzept wurde 2023 mit dem Management Learning Best Paper Award ausgezeichnet; darin untersucht sie, wie man „lernen kann, zu führen, indem man Fernsehen schaut“, etwa durch populäre TV-Formate wie Polizeiserien und viele andere.
In einem Wahlseminar haben die Studierenden ausgewählte Szenen alleine und gemeinsam angeschaut, angehalten, um zu analysieren, wie Führungsrollen dargestellt werden. Sie führten persönliche Learning Logs, in denen sie ihre Erfahrungen schriftlich und kreativ (z. B. mit Zeichnungen) reflektierten und übertrugen, was sie daraus für ihre eigene Praxis mitnehmen können.
Bezüglich der Transferergebnisse berichteten die Teilnehmenden von einer verbesserten Wahrnehmung von Situationen und Individuen, die sie in ihrer Arbeit einsetzen können. Sie gaben an, ein tieferes Verständnis für Führungskräfte und die Herausforderungen, denen diese gegenüberstehen, entwickelt zu haben. Im Hinblick auf den übergeordneten Effekt der Identitätsarbeit war ein häufig genanntes Thema, dass die Teilnehmenden proaktive Verhaltensweisen zeigten („Ich sehe mich jetzt eher als Protagonist als als Nebenfigur“; „Ich gehe nun aktiv verschiedene Komponenten der Interaktion an, wie die Kommunikation“). Gleichzeitig lehnten sie bestimmte beobachtete Verhaltensweisen ab und nutzten die Filmerfahrungen, um ihre eigene Position zu behaupten und zu klären.
Die Arbeit mit Film und anderen Popkultur-Erfahrungen bildet somit die Grundlage für kontinuierliche Selbstentwicklung, die die Teilnehmenden auch im Kontext ihrer allgemeinen Leadership-Entwicklung berichteten.