SRH University
Eine Gruppe von Personen sitzt in einem modernen Raum und diskutiert. An den Wänden sind Flipcharts und Präsentationsmaterialien sichtbar.

Wie KI Arbeit verändert: Einblicke aus der KI-Themenwoche

Lesedauer: 7 Min.
verfasst von Katja Kretzschmar

Darum geht's:

  • KI-Themenwoche vernetzt Wissenschaft, Praxis und Studierende
  • Future Skills und Vertrauen sind Schlüssel für erfolgreiche KI-Nutzung
  • Mensch, Kompetenz und Verantwortung prägen die Arbeitswelt von morgen

Vom 15. bis 19. Juni 2026 fand am Campus Dresden der SRH University die Themenwoche „Future Work & AI – Wie sich Organisationen, Kompetenzen und Führung mit KI verändern“ statt. Die Veranstaltungsreihe brachte Perspektiven aus Wirtschaftspsychologie, Wissenschaft und Unternehmenspraxis zusammen und richtete sich neben Studierenden ausdrücklich auch an Unternehmensvertreter:innen, Führungskräfte sowie Personalverantwortliche. Durch die Öffnung für externe Interessierte entstand ein praxisnaher Dialog über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt von morgen

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Kompetenzen Organisationen künftig benötigen, um KI-Technologien verantwortungsvoll und wirkungsvoll einzusetzen. Im Rahmen des Future Skills Lab entwickelten Studierende der Wirtschaftspsychologie konkrete Strategien zur Förderung von KI-Kompetenzen in Unternehmen. Damit stand nicht allein die Technologie im Mittelpunkt, sondern vor allem die Menschen, die mit ihr arbeiten und Veränderungen gestalten. 

Psychologie trifft Wirtschaft

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Die behandelten Themen spiegelten zentrale Herausforderungen wider, mit denen sich Unternehmen aktuell auseinandersetzen. Diskutiert wurden unter anderem

  • Verantwortung, Vertrauen und Regulierung beim Einsatz von KI,
  • die wirtschaftliche Wertschöpfung durch intelligente Systeme,
  • der Einsatz von KI in der Personalauswahl sowie 
  • der produktive Umgang mit Prompting und KI-Assistenzsystemen im Arbeitsalltag. 

Dabei wurde deutlich, dass eine erfolgreiche KI-Transformation weit über die Einführung neuer Tools hinausgeht. Vielmehr sind Kompetenzentwicklung, Reflexionsfähigkeit und ein bewusster Umgang mit technologischen Möglichkeiten entscheidende Erfolgsfaktoren. Die Themenwoche griff damit einen Ansatz auf, der auch durch aktuelle Forschungsergebnisse gestützt wird. 

Internationale Organisationen wie die OECD sowie das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) beschreiben vertrauenswürdige KI anhand von Kriterien wie 

  • Transparenz, 
  • Nachvollziehbarkeit, 
  • Fairness, 
  • Verlässlichkeit und 
  • klaren Verantwortlichkeiten. 

Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass Vertrauen in KI-Systeme insbesondere dann entsteht, wenn Beschäftigte frühzeitig eingebunden werden und die Möglichkeit erhalten, entsprechende Kompetenzen aufzubauen. 

Auch hinsichtlich des wirtschaftlichen Nutzens von KI zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Studien belegen zwar erhebliche Produktivitätssteigerungen in bestimmten Anwendungsfeldern, etwa bei wissensintensiven Tätigkeiten oder im Kundenservice. Gleichzeitig hängt der tatsächliche Mehrwert stark von der Qualität der Implementierung ab. Entscheidend sind unter anderem 

  • die Anpassung bestehender Arbeitsprozesse, 
  • klare Regeln für die menschliche Kontrolle von Ergebnissen sowie 
  • eine systematische Erfolgsmessung. 

Besonders sensibel bleibt der Einsatz von KI im Personalwesen. Die europäische Regulierung setzt hier klare Rahmenbedingungen. So gelten beispielsweise bestimmte Formen der Emotionserkennung am Arbeitsplatz als unzulässig. Gleichzeitig weisen aktuelle Untersuchungen darauf hin, dass algorithmische Systeme im Recruiting weiterhin Risiken hinsichtlich Fairness und möglicher Diskriminierung bergen. Unternehmen stehen daher vor der Aufgabe, technologische Innovation und verantwortungsvolle Personalentscheidungen miteinander zu verbinden. 

Die KI-Themenwoche der SRH University zeigte eindrucksvoll, dass die Zukunft der Arbeit nicht allein von technologischen Entwicklungen bestimmt wird. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel von Technologie, menschlicher Entscheidungskompetenz und organisationalem Lernen. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und Kompetenzentwicklung setzt die Hochschule an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung einer verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Arbeitswelt.

Autorin

Katja Kretzschmar

Campusmanagerin Dresden, Marketing