SRH University
Junge Frau mit lockigem Haar, die vor einem modernen Gebäude steht und Ordner in der Hand hält. Sie trägt eine grüne Jacke und hat eine Umhängetasche.

Welches Studium passt zu mir? Der ultimative Guide für deine Studienwahl

Lesedauer: 9 Min.
verfasst von Maren Weiss

Darum geht’s:

  • So findest du heraus, welcher Studiengang zu dir passt
  • Grundlage: Persönliche Begeisterung für Themen und Inhalte
  • Talente, Motivationsstruktur und Persönlichkeit erkennen
  • Rolle von Familie, Freunden und Umfeld bei der Studienwahl

Das Angebot an Studiengängen ist mittlerweile unüberschaubar. Neben den Klassikern wie Medizin, Lehramt oder BWL findet man bei den unterschiedlichen Hochschulen und Unis auch „Orchideenfächer“ wie Abfallwirtschaft, Frisistik, Sexualwissenschaften oder Zukunftsforschung – zusätzlich zu Studienfächern wie Brand Design, Physician Assistant oder Supply Chain Management, bei denen man erst einmal recherchieren muss, welche Lerninhalte sich darin verbergen. 

Wenn man grob weiß, welche Studienrichtung es sein muss, bleiben immer noch Fragen offen: Dual oder Vollzeit? Hochschule oder Uni? Staatlich oder Privat? Präsenz oder Online? Aber fangen wir von vorne an: Welches Studium passt zu mir? Und woher weiß ich, was ich studieren soll? Aus psychologischer Sicht spielen folgende Aspekte eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche Berufswahl und helfen dir dabei, das passende Studium auszuwählen.

Schritt 1: Erkenne deine Interessen

Um eine Antwort auf die Frage „Was soll ich studieren?“ zu erhalten, solltest du dir deine Interessen klar machen. Selbst wenn einem das Lernen leichtfällt, und selbst wenn die Berufsaussichten top sind, wird man sich nicht 6 Semester (und ein ganzes Berufsleben) lang mit einem Thema auseinandersetzen wollen, das keine Leidenschaft weckt. 

💡Stelle dir einmal die folgenden Fragen: 

  • Welche Schulfächer lösen in dir Begeisterung aus? 
  • Mit welchem Thema beschäftigst du dich auch in der Freizeit gerne? 
  • Wo engagierst du dich, auch wenn es keine Bezahlung und keine Noten dafür gibt? 

Ob Handwerk, Sprachen, Musik, Technik, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Soziales oder Design – wir alle haben Themen, für die wir brennen. 

Entdecke unser Studienangebot

Finde in den Angeboten der SRH University die Studienrichtung, die dich begeistert: von Technik und Wirtschaft bis hin zu Sozial- und Gesundheitswesen.

Eine Gruppe von vier Personen betritt ein Gebäude. Eine Frau mit einer orangefarbenen Tasche lächelt in die Kamera.

Schritt 2: Finde deine Stärken und Schwächen heraus

Interesse ist notwendig, aber nicht der einzige ausschlaggebende Faktor für die Studien- und Berufswahl. Wir müssen darauf achten, wo unsere Leistungsschwerpunkte liegen. Fällt mir Mathe leicht? Verstehe ich neue Inhalte schnell? Bin ich eher praktisch begabt? Habe ich Sprachentalent? 

Oft wissen wir intuitiv, wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Wenn nicht, kann eine psychologische Intelligenz- und Leistungstestung hilfreich sein. Oft findet man hier noch unentdeckte Potentiale!

💡Tipp: Nimm dir bewusst Zeit für deine Entscheidung und vergleiche nicht zu sehr mit anderen. Was für andere passt, muss nicht automatisch auch für dich richtig sein.

Schritt 3: Welcher Motivationstyp bist du?

In Puncto Motivation sind Menschen erstaunlich unterschiedlich. Wo der eine am liebsten selbstgesteckte Ziele in Eigenregie verfolgt, braucht der andere eine klare Struktur mit Zielvorgaben und regelmäßigen Leistungsrückmeldungen. Manche Personen leisten am meisten, wenn sie sich mit anderen messen können, während für andere jede Art von Wettbewerb maximaler Stress bedeutet. 

Wenn man sich mit Studienfächern und Berufsfeldern intensiver auseinandersetzt, merkt man schnell, dass Rahmenbedingungen und Lernsituation sich deutlich unterscheiden. Ein Studium an der Universität fordert viel Eigenverantwortung und Selbstkontrolle, ein Hochschulstudium bietet einen klareren Rahmen und mehr Anleitung. Manche Studiengänge sind stärker auf Kooperation ausgerichtet, andere bieten ein hochkompetitives Umfeld. 

💡Stelle dir einmal folgende Fragen, um deinen Motivationstypen herauszufinden:

  • Wie ist deine eigene Motivationsstruktur? 
  • Wie ist dein Arbeitsverhalten? 
  • Wie sehr brauchst du deine Freiheit?
  • Wie viel Feedback, Struktur und Anleitung von außen brauchst du? 

Wenn dein Studium zu deiner Motivationsstruktur passt, kannst du Höchstleistungen bringen und deine Motivation im Studium bleibt bestehen!

Eine Gruppe von vier Personen sitzt in einem Seminarraum, während eine Frau in rotem Kleid eine Präsentation hält.

Schritt 4: Mache dir deine Persönlichkeitseigenschaften bewusst

Auch die Persönlichkeit sollte bei der Studien- und Berufswahl bedacht werden. In der Psychologie unterscheidet man die „Big Five“ der Persönlichkeitseigenschaften: 

  • Emotionale Stabilität
  • Extraversion
  • Offenheit für Neues
  • Verträglichkeit 
  • Gewissenhaftigkeit
Grafik, die die fünf Hauptmerkmale der Persönlichkeit darstellt: Offenheit für Neues, Extraversion, emotionale Stabilität, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Diese Persönlichkeitseigenschaften sind bei jedem und jeder von uns ab dem jungen Erwachsenenalter relativ stabil und beeinflussen, wie wir uns in verschiedenen Situationen fühlen und verhalten. Bin ich Einzelkämpfer oder brauche ich die Integration in eine (Studien-)Gruppe? Bin ich belastbar und kann auch Trauriges oder Tragisches gut aushalten? Liebe ich die Harmonie und fühle mich in konkurrenzfreien Situationen am wohlsten? Kann ich gut aushalten, wenn meine Mitmenschen andere Lebensentwürfe oder Weltanschauungen haben?

Präsenz- oder Fernstudium, soziale oder doch eher technische Berufe, verwaltende oder kreative Studiengänge – diese Entscheidungen sollten immer im Wissen um die eigene Persönlichkeit getroffen werden. 

💡Tipp: Eine psychologische Persönlichkeitsdiagnostik kann dir wertvolle Erkenntnisse in Hinblick auf die Studienwahl liefern.

Schritt 5: Beziehe familiäre und soziale Faktoren mit ein

Natürlich entscheidest du für dich selbst, was und wo du studieren willst. Aber ganz ehrlich: Wer lässt sich nicht davon beeinflussen, was die eigenen Eltern früher gelernt haben oder wo es die Freundinnen und Freunde nach dem Abitur hinzieht? Sich an den Menschen zu orientieren, die uns nahestehen, ist erst einmal völlig in Ordnung. Diese Personen kennen uns auch gut und können uns mit Rat und Tat unterstützen. Auch dass die Eltern, die ein Studium finanziell, organisatorisch und menschlich mittragen, ein Wörtchen mitzureden haben, steht außer Frage. Sich die Einflüsse seines Umfelds bewusst zu machen, ist ein erster Schritt. 

Und am Ende kommt doch die Frage: Passt das, was mein Umfeld für den richtigen Weg hält, wirklich zu mir?

💡Frag ruhig deine Eltern, Angehörigen und Freunde direkt, was sie für dich für den richtigen Weg halten. Vielleicht erfährst du hier noch einmal Neues über dich oder ziehst völlig neue Studienfächer in Betracht. 

Persönliche Beratung & Infotage

Du bist noch unsicher? Die SRH University unterstützt dich bei deiner Entscheidung. Nutze unsere individuelle Studienberatung für deine Fragen oder lerne den Campus und unsere Dozierenden bei den nächsten Infotagen live oder digital kennen.

Ein Mann mit Brille und Glatze spricht lächelnd mit einem anderen Mann in einem Büro, umgeben von Regalen mit Büchern.

Fazit: Welches Studium passt zu mir? So findest du es heraus!

Die Entscheidung für das richtige Studium ist ein Prozess, kein plötzlicher Geistesblitz. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus Selbstanalyse und externer Reflexion. Indem du deine Interessen, Stärken, deine Motivationsstruktur und deine Persönlichkeit objektiv betrachtest, filterst du aus der unüberschaubaren Masse an Studiengängen diejenigen heraus, die wirklich zu deinem Wesen passen.

👉 Denk daran: Ein Studium ist mehr als nur ein Fach, es ist ein Lebensumfeld! Berücksichtige daher nicht nur die Inhalte, sondern auch die Rahmenbedingungen (Hochschule vs. Uni, Präsenz vs. Online). Wenn du dir unsicher bist, nutze professionelle Tools wie die psychologische Diagnostik, um verborgene Potenziale aufzudecken. Am Ende zählt, dass der Weg sich für dich richtig anfühlt, unabhängig von äußeren Erwartungen.

Autorin

Prof. Dr. habil. Maren Weiss

Professur für Psychologie III, School of Psychology

Zur Detailseite

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Der effektivste Weg ist ein mehrstufiges Vorgehen, das psychologische Faktoren einbezieht. Wichtig ist dabei zu verstehen: Der Weg zur richtigen Entscheidung ist absolut individuell. Es gibt kein Standardrezept, das für jeden gleichermaßen funktioniert, da jeder Mensch unterschiedliche Prioritäten setzt.

Folgende Schritte helfen dir bei deiner persönlichen Analyse:

  • Interessenscheck: Analysiere, welche Themen dich auch ohne Leistungsdruck begeistern.
  • Stärken-Profil: Gleiche deine Talente (z. B. mathematisch, sprachlich, kreativ) mit den Anforderungen der Fächer ab.
  • Persönlichkeitstest: Nutze das Modell der Big Five, um zu verstehen, in welchem Arbeitsumfeld du dich wohlfühlst (z. B. Teamarbeit vs. Einzelarbeit).
  • Beratung nutzen: Sprich mit Studienberatern und nutze Orientierungstests oder Probestudienangebote deiner Wunsch-Hochschule.

Ein Fernstudium erfordert eine spezifische Motivationsstruktur. Es passt besonders gut zu dir, wenn:

  • Du über ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenverantwortung verfügst
  • Deine Persönlichkeit eher zur Gewissenhaftigkeit neigt (Strukturierung des eigenen Alltags)
  • Dir persönlicher Austausch und Campusleben nicht so wichtig sind

Ein Präsenzstudium ist das Richtige für dich, wenn:

  • Dir der persönliche Kontakt zu anderen hilft, um motiviert und erfolgreich zu lernen
  • Du lieber in einem festen Rahmen als komplett selbstorganisiert von zu Hause aus arbeitest
  • Du Studium, Campusleben und gemeinsames Lernen als Teil deiner Studienerfahrung erleben möchtest