SRH University
Eine Frau mit langen, braunen Haaren und einem blauen Oberteil mit Spitzenmuster lächelt in die Kamera vor einem neutralen Hintergrund.

Cornelias Weg zwischen Forschung und Neurorehabilitation

Lesedauer: 9 Min.
verfasst von Marie-Luise Unteutsch

Darum geht’s im Interview:

  • Leidenschaft für neurologische Rehabilitation  
  • Forschungserfahrung im internationalen Review-Team  
  • Mehr Verantwortung durch wissenschaftliche Kompetenz 

Bereits während ihrer Physiotherapie-Ausbildung entwickelt Cornelia Peterwinkler eine besondere Leidenschaft für die Neurologie. Nach dem Bachelor-Studium geht sie daher gezielt auf die Suche – und findet den Master Neurorehabilitation an der SRH University. Welche Kompetenzen sie hier erlangt hat und wie die Mitarbeit in einem internationalen Forschungsprojekt für sie war, hat sie uns im Interview erzählt. 💡

 

Warum hast du dich damals für den Masterstudiengang Neurorehabilitation entschieden? 

Cornelia: Seit dem letzten Jahr meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin wusste ich, dass ich gerne mit neurologischen Patient:innen arbeiten möchte. So kam es auch, dass ich ein neurologisches Thema als Abschlussarbeit für mein Bachelor-Studium gewählt habe. Im Laufe meines Berufslebens habe ich mich dann irgendwann gefragt, ob das jetzt schon alles ist. Ich wollte mir mehr Wissen aneignen, auch im Hinblick auf das wissenschaftliche Arbeiten, da dies im Bachelor-Studium etwas zu kurz gekommen ist.  

Somit habe ich angefangen, gezielt nach Masterstudiengängen im Bereich der Neurologie zu recherchieren. Dabei bin ich auf die SRH University (damals SRH Hochschule für Gesundheit) gestoßen. Dort habe ich mich für eine Online-Infoveranstaltung angemeldet, bei der ich die Möglichkeit hatte, mit meinem zukünftigen Studiengangsleiter zu sprechen. Dieser hat mir ausführlich und verständlich den Aufbau, Ablauf etc. des Studiums erklärt.  

Einige Monate später habe ich den Campus Gera besichtigt. Ich war von den freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter:innen, mit denen ich online und/oder in Präsenz in Kontakt war, positiv überrascht. Bei einer kleinen Führung, die ich durch den Campus Gera erhielt, konnte ich mir einen Eindruck von den modernen Räumlichkeiten machen und alle meine Fragen bezüglich des Studiums stellen.  

Das Zusammenspiel dieser Faktoren hat meine Entscheidung maßgeblich beeinflusst, den Studiengang Neurorehabilitation an der SRH zu beginnen.  

Du hast während des Studiums an einem Cochrane Review zum Thema Spiegeltherapie mitgearbeitet, also an einer international anerkannten wissenschaftlichen Übersichtsarbeit. Worum ging es dabei genau?  

Cornelia: Die systematische Übersichtsarbeit thematisiert die Spiegeltherapie bei Schlaganfallpatient:innen und deren Auswirkung auf die motorischen Fähigkeiten der betroffenen Person. Bei dieser Therapieform wird ein Spiegel zwischen der betroffenen und gesunden Körperseite so positioniert, dass die betroffene Seite verdeckt wird. Die Person betrachtet nur die Spiegelung der gesunden Seite. Durch gezielte Bewegungen mit der gesunden Seite entsteht die Illusion, dass sich die betroffene Seite bewegen kann. Die Spiegeltherapie kann sowohl mit dem Arm oder Bein durchgeführt werden. 

Eine junge Frau sitzt an einem Tisch in einer Therapieeinrichtung, während eine Person ihre Hand mit einem Therapiegerät behandelt.

Viele Studierende können sich wissenschaftliche Mitarbeit zunächst schwer vorstellen. Wie sah deine Rolle innerhalb des Projekts konkret aus? 

Cornelia: Meine Aufgaben innerhalb der systematischen Übersichtsarbeit umfassten den Screeningprozess, die Datenextraktion und die Unterstützung der Dateneingabe in RevMan, die offizielle Software von Cochrane.  

Was hat dich an der Arbeit an einem internationalen Forschungsprojekt besonders begeistert oder überrascht?  

Cornelia: Überraschend für alle Autor:innen war die Größe des Datensatzes. Sowohl die Menge an Studien zu Beginn des Screeningprozesses als auch die Anzahl der Studien, die nach dem Volltextscreening inkludiert wurden, überstieg bei Weitem alle Erwartungen.  

Was mich sehr begeistert hat, war zum einen die Hilfsbereitschaft und die fröhliche Atmosphäre unter den Autor:innen, selbst bei großem Zeitdruck. Zum anderen hat mich die hohe Professionalität und Flexibilität des Teams sehr beeindruckt. Faszinierend fand ich die Fähigkeit unseres Erstautors Holm Thieme, die Übersicht zu bewahren, um uns auch in schwierigen Situationen mit Rat und Tat zu unterstützen.  

Außerdem hat es mich sehr überrascht, dass ich sehr viel Spaß hierbei hatte. Aber was mich am meisten freut, ist, dass ich Teil dieses Teams sein durfte!  

Deine Masterarbeit entstand im Kontext des Reviews. Welche Erfahrungen oder Erkenntnisse nimmst du aus diesem Prozess mit?  

Cornelia: Was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, mit Stress und Zeitdruck umzugehen. Neben meiner Vollzeitarbeitsstelle als Physiotherapeutin habe ich meine Masterarbeit geschrieben und gleichzeitig weiterhin am Screeningprozess und der Datenanalyse gearbeitet. Ein gutes Zeitmanagement war hier das A und O. Ebenfalls wurde mir hier wieder bewusst, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, um im späteren Verlauf unnötige Doppelarbeiten zu vermeiden. 

 

Gestalte die Zukunft der Neurorehabilitation

Im Masterstudiengang Neurorehabilitation vertiefst du dein Fachwissen zu neurologischen Erkrankungen und evidenzbasierten Therapieansätzen. Du verbindest wissenschaftliche Erkenntnisse mit therapeutischer Praxis, profitierst von einem international vernetzten Forschungsumfeld und qualifizierst dich für anspruchsvolle Aufgaben in Klinik, Rehabilitation oder Wissenschaft.

Ein Mann und eine Frau diskutieren über ein Modell der Wirbelsäule in einem Klassenzimmer. Im Hintergrund sind weitere Personen und anatomische Modelle sichtbar.

 

Inwiefern profitierst du heute in deinem beruflichen Alltag als Physiotherapeutin in einem Akutkrankenhaus auf der neurologischen Station von den wissenschaftlichen Kompetenzen aus dem Studium? 

Cornelia: Es ist immer wichtig, sich als Therapeut:in weiterzubilden. Im Studium habe ich gelernt, wie man Studien bewertet und auf welche Aspekte man achten sollte. Außerdem wurde das eigenständige Denken sehr gefördert. Dadurch bin ich in der Lage, geeignete Quellen zu identifizieren und daraus fundierte Informationen zu gewinnen. Auch Kongresse, die wir während des Studiums besucht haben, bieten immer wieder neue Ideen oder Anregungen. Diese können teilweise auch im Klinikalltag hilfreich sein. 

Da sich das Studium allgemein mit der Rehabilitation beschäftigt hat, konnte ich in verschiedene Richtungen Einblick erhalten. Unter anderem durften wir uns auch mit der Basis der Logopädie auseinandersetzen. Daher achte ich im Klinikalltag mehr auf die Zusammenarbeit mit den Logopäd:innen und unterstütze sie durch eine korrekte Lagerung der betroffenen Personen. 

Außerdem hat sich durch die vielen Präsentationen und Vorträge während des Studiums mein allgemeines Auftreten verändert. Es wurde souveräner und auch professioneller, sowohl in der (interdisziplinären) Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und Vorgesetzten als auch als Dozentin bei Vorträgen oder Weiterbildungen. 

Allgemein möchte ich nochmals betonen, dass die Förderung kritischen und eigenständigen Denkens und Handelns ein wichtiger Bestandteil des Studiums war.

Welche beruflichen Möglichkeiten oder Perspektiven haben sich durch den Master für dich eröffnet? 

Cornelia: In meinem Team übernehme ich mittlerweile mehr Verantwortung und damit einhergehende Aufgaben. Bis Ende April war ich noch mit dem Cochrane Review beschäftigt und durfte bis zu den letzten Zügen das Team unterstützen. Mein nächstes Ziel ist die Veröffentlichung meines Masterarbeitsthemas. Ich werde die bereits vorhandenen Daten aus meiner Masterarbeit um die neuen Daten, die seit der Abgabe meiner Masterarbeit hinzugekommen sind, erweitern. Und was sich sonst noch ergibt, das wird die Zeit zeigen! 😊 

Autorin und Gesprächspartnerin

Marie-Luise Unteutsch

Marketing & Communications Manager

Eine Frau mit langen, braunen Haaren und einem blauen Oberteil mit Spitzenmuster lächelt in die Kamera vor einem neutralen Hintergrund.

Cornelia Peterwinkler

Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Neurologie