

Darum geht’s:
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen leiden allein in Deutschland rund 400.000 Menschen unter Parkinson. Die Krankheit ist damit nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Betroffene haben typischerweise Probleme mit der Bewegung, z. B. durch Steifheit der Muskeln, Zittern oder Gleichgewichtsstörungen, weshalb es nicht selten auch zu Stürzen kommt. Gleichzeitig können Parkinson-Patient:innen Schwierigkeiten mit der Konzentration und anderen geistigen Fähigkeiten aufweisen.
In einer Studie wurde deshalb unter anderem untersucht, ob Patient:innen mit Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit anders von einer bestimmten Therapie – der Parkinsonkomplextherapie – profitieren als Patient:innen ohne solche Einschränkungen. Laura Gutschow, Mitautorin der Studie und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Master-Studiengang Neurorehabilitation an der SRH University, erklärt: „Die Komplextherapie wird im Krankenhaus durchgeführt und umfasst zum einen die Anpassung der Medikamente, zum anderen intensives therapeutisches Training mit Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie.“
In der Studie wurden 53 Personen mit Parkinson untersucht, die eine 14-tägige Parkinson-Komplexbehandlung erhielten. Die Patient:innen wurden anhand eines Tests zur geistigen Leistungsfähigkeit in zwei Gruppen eingeteilt: 24 Personen ohne auffällige kognitive Einschränkungen und 29 Personen mit entsprechenden Einschränkungen.
Vor und nach der Behandlung wurden unter anderem die Beweglichkeit, die motorischen Beschwerden und das Sturzrisiko untersucht. Dabei zeigten sich Verbesserungen vor allem hinsichtlich der Beweglichkeit und der motorischen Beschwerden, auch bei Personen mit Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Das Sturzrisiko veränderte sich hingegen nicht eindeutig. Für eine wirksame Sturzprävention scheint eine Verbesserung der Beweglichkeit allein also nicht auszureichen.
Laura Gutschow fasst zusammen: „Insgesamt hat die Untersuchung gezeigt, dass Parkinson-Patient:innen auch bei Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit von der Komplexbehandlung profitieren.“
Die Studie wurde im Universitätsklinikum Leipzig in Zusammenarbeit mit der ASKLEPIOS Parkinson-Fachklinik Stadtroda durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Masterthesis im Studiengang Neurorehabilitation ausgewertet.