

Darum geht’s:
BWL gehört seit Jahren zu den beliebtesten Studienfächern. Allein im Wintersemester 2024/2025 waren in Deutschland fast 230.000 Studierende – und damit rund 8 Prozent aller Immatrikulierten – im Fach Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben (Quelle: iwd).
Gleichzeitig stellt sich heute angesichts von Digitalisierung, KI und einem sich wandelnden Arbeitsmarkt immer öfter die Frage „Lohnt es sich noch, BWL zu studieren?“.
In unserem Blogartikel verraten wir dir, ob ein BWL-Studium sinnvoll ist, worauf es bei der Studienwahl ankommt und welche Zukunftsaussichten BWL bietet.
Du interessierst dich für Wirtschaft, Unternehmen und Management, bist dir aber nicht sicher, was dir ein BWL-Studium eigentlich bringt? Kurzum: Ein BWL-Studium vermittelt dir nicht nur Wissen über Unternehmen. Du lernst vor allem, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und Probleme strukturiert zu analysieren. Dabei entwickelst du Fähigkeiten, die du später in vielen unterschiedlichen Jobs einsetzen kannst:
Diese Kompetenzen legen den Grundstein für deine Karriere – egal, für welche Branche du dich später entscheidest. Genau darin liegt eine der größten Chancen eines BWL-Studiums, wie Katja Lieblang, Studienberaterin an der SRH University und selbst BWL-Absolventin, erklärt: „Du bekommst zunächst einen breiten Einblick in die Wirtschaft und kannst dich anschließend stärker auf die Themen konzentrieren, die dich interessieren.“
Die entscheidende Frage, so Katja Lieblang weiter, laute daher nicht nur „Was lerne ich in einem BWL-Studium?“, sondern „Was kann ich später daraus machen?“. Dafür sei es wichtig, bereits während des Studiums ein persönliches Profil zu entwickeln.
Ein BWL-Abschluss bietet eine gute Grundlage, um später in den verschiedensten Bereichen zu arbeiten. Er sollte aber nicht automatisch das Ende deiner Entwicklung sein. Gerade weil BWL ein sehr breit aufgestelltes Studium ist, macht dein persönliches Profil auf dem Arbeitsmarkt einen großen Unterschied.
Folgende Bausteine können dein Studium z. B. ergänzen:
Praxiserfahrung
Ein Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit zeigt dir, wie wirtschaftliche Aufgaben in der Realität aussehen. Gleichzeitig kannst du erste Berufserfahrung sammeln und herausfinden, welche Arbeitsbereiche dir tatsächlich liegen.
Spezialisierung
Eine fachliche Vertiefung kann deinem Profil eine klare Richtung geben. An der SRH University kannst du beispielsweise einen Schwerpunkt auf Financial Management, Immobilienwirtschaft, Marketing Management oder Sport- und Eventmanagement legen.
Auslandserfahrung
Ein Auslandssemester kann deine Sprachkenntnisse und interkulturellen Kompetenzen erweitern und dir gleichzeitig einen anderen Blick auf Wirtschaft und Unternehmen ermöglichen.
Sprachkenntnisse
Englisch gehört in vielen Unternehmen längst zum Arbeitsalltag. Weitere Fremdsprachen können dein Profil zusätzlich ergänzen – insbesondere, wenn du später international arbeiten möchtest.
Digitale Kompetenzen
Unternehmen arbeiten zunehmend mit digitalen Plattformen, Datenanalysen, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz. Wer wirtschaftliche Zusammenhänge versteht und gleichzeitig digitale Entwicklungen einordnen kann, verbindet zwei wichtige Perspektiven.
Um dich mit deinem BWL-Studium optimal für die Zukunft aufzustellen, solltest du dich also nicht allein auf deinen Abschluss verlassen, sondern frühzeitig überlegen, welche Kompetenzen und Qualifikationen du darüber hinaus erlangen kannst.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt – auch in kaufmännischen Berufen. Aufgaben, die früher viel Zeit beansprucht haben, können teilweise automatisiert oder durch KI unterstützt werden. Dazu gehören beispielsweise die Verarbeitung von Informationen, bestimmte Analysen oder standardisierte Kommunikations- und Verwaltungsaufgaben.
Das bedeutet aber nicht, dass wirtschaftliches Wissen weniger wichtig wird. Im Gegenteil: Unternehmen brauchen Menschen, die verstehen, welches Problem überhaupt gelöst werden soll, welche Daten relevant sind, wie KI dabei optimal eingesetzt werden kann und welche wirtschaftlichen Konsequenzen eine Entscheidung hat.
Wer beispielsweise KI für eine Marketingkampagne nutzen möchte, muss trotzdem die Zielgruppe verstehen, ein Budget planen, Ergebnisse bewerten und entscheiden können, welche Maßnahmen sinnvoll sind.
Deshalb werden neben klassischem BWL-Wissen Kompetenzen wie diese immer wichtiger:
Die Kombination aus Wirtschaftswissen, digitalen und KI-Kompetenzen sowie praktischer Erfahrung ist es, die BWL-Absolvent:innen heute für die veränderte Arbeitswelt benötigen.
Ein BWL-Abschluss eröffnet dir verschiedene berufliche Möglichkeiten. Welche Richtung du einschlägst, hängt unter anderem davon ab, welche Themen dich interessieren und welche Erfahrungen du während des Studiums sammelst.
Eine Auswahl möglicher Berufsfelder inklusive typischer Aufgaben und dafür notwendiger Kompetenzen haben wir dir in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
| Berufsfeld | Typische Aufgaben | Wichtige Kompetenzen |
|---|---|---|
| Business Development | Erschließung neuer Märkte, Entwicklung von Geschäftsmodellen, Aufbau von Kooperationen | Strategisches Denken, Marktanalyse, Kommunikation, Unternehmergeist |
| Controlling & Finance | Finanzplanung, Budgetierung, Kostenanalysen, Reporting | Zahlenverständnis, Excel, Datenanalyse, analytisches Denken |
| Einkauf & Supply Chain Management | Beschaffung, Lieferantenmanagement, Bestandsplanung, Prozessoptimierung | Verhandlungsgeschick, Analytik, Organisation, Prozessverständnis |
| Marketing & Vertrieb | Marktanalyse, Kampagnenplanung, Kundenbetreuung, Vertriebssteuerung | Kommunikation, Marktverständnis, Datenanalyse, Kreativität |
| Personalmanagement (HR) | Recruiting, Personalentwicklung, Employer Branding, Personalplanung | Kommunikation, Organisation, Arbeitsrecht-Grundlagen, Empathie |
| Unternehmensberatung | Analyse von Geschäftsprozessen, Entwicklung von Strategien, Begleitung von Change-Prozessen | Analytik, Problemlösung, Präsentation, Kommunikation |
Je nach individueller Neigung und persönlichem Profil bietet ein BWL-Studium Zukunftsperspektiven in diversen Branchen. Gleichzeitig birgt der Abschluss auch Nachteile, etwa durch die hohe Zahl an Absolvent:innen. Aber was spricht nun konkret für oder gegen ein BWL-Studium? Pro und Contra haben wir dir hier zusammengetragen.
Folgende Vorteile kann ein BWL-Studium bieten:
Folgende Nachteile kann ein BWL-Studium haben:
➡️ Wichtig: Nicht alle genannten Argumente müssen für dich auch tatsächlich zum Nachteil werden. Welche Punkte du als herausfordernd empfindest, hängt unter anderem von deinen Interessen, deinen beruflichen Zielen und der jeweiligen Hochschule ab.
Die Vorteile eines BWL-Studiums haben dich überzeugt, aber du weißt nicht genau, ob ein BWL-Studium wirklich zu dir passt? Grundsätzlich solltest du Interesse an Unternehmen und wirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringen. Darüber hinaus könnte ein BWL-Studium zu dir passen, wenn …
💡Tipp: Mit unserem Guide zur Studienwahl findest du Schritt für Schritt heraus, welcher Studiengang der richtige für dich sein könnte.
Wenn du weißt, ob und wieso du BWL studieren möchtest, geht es um die Wahl deiner Hochschule oder Universität. Als Orientierung empfiehlt Studienberaterin Katja Lieblang sich folgende Fragen zu stellen:
Gerade bei BWL kann das Studienerlebnis sehr unterschiedlich sein. Katja Lieblang sagt: „Wer BWL studiert, findet sich oft in großen Hörsälen wieder, wo ein Professor oder eine Professorin das Skript vorliest. Am Ende des Semesters stehen dann viele standardisierte Prüfungen wie Klausuren an, bei denen Auswendiglernen mehr zählt als echtes Verständnis. Individueller Kontakt zu den Dozierenden ist selten und praxisnahe Anwendungen bleiben oft außen vor. Ehrlich gesagt fühlt sich das an wie Unterricht aus einer anderen Zeit – und das ist an vielen Unis im BWL-Studium leider noch völlig normal.“
Deshalb kann die Größe einer Hochschule oder Universität für dich ein wichtiges Kriterium sein. An einem überschaubaren Campus kannst du deine Mitstudierenden und Dozierenden leichter kennenlernen. Du kannst dich in Diskussionen und Projekte einbringen, deine Teamfähigkeit in Gruppenarbeiten ausbauen, Fragen stellen und dir schneller persönliches Feedback holen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine kleine Hochschule für jeden die richtige Wahl ist. Es geht vielmehr darum, welche Lernumgebung zu dir passt.
Wenn du dir persönlichen Austausch, anwendungsorientiertes Lernen und eine überschaubare Studienatmosphäre wünschst, kann ein kleinerer Campus genau das bieten, was du suchst.
Vielleicht hast du auch schon darüber nachgedacht, kein „klassisches“ BWL-Studium zu beginnen, sondern dich für ein verwandtes Studienfach zu entscheiden. Das kann für dich z. B. in Frage kommen, wenn du schon genau weißt, welche Bereiche dich besonders interessieren, denn dann kannst du von Anfang an ein klares fachliches Profil entwickeln.
Folgende Studiengänge können u. a. eine Alternative zum BWL-Studium sein:
| Wenn du dich besonders interessierst für … | Dann könnte auch … zu dir passen |
|---|---|
| Digitalisierung, IT und Geschäftsprozesse | Wirtschaftsinformatik |
| Zahlen, Daten und statistische Zusammenhänge | Wirtschaftsmathematik / Data Science |
| menschliches Verhalten, Motivation und Kommunikation | Wirtschaftspsychologie |
| Volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Wirtschaftspolitik | Volkswirtschaftslehre (VWL) |
| Produktion, Logistik und technische Produkte | Wirtschaftsingenieurwesen |
| Recht und wirtschaftliche Fragestellungen | Wirtschaftsrecht |
| Logistik, Warenströme und globale Lieferketten | Logistik / Supply Chain Management |
| internationale Unternehmen und globale Märkte | International Business |
| Werbung, Marken und Konsumenten | Marketing / Kommunikation |
| Personal, Führung und Organisation | Personalmanagement / Human Resource Management |
| Unternehmensgründung und Start-ups | Entrepreneurship / Gründungsmanagement |
❗️Wichtig: Die Alternativen sind nicht zwangsläufig „besser“ als ein BWL-Studium. Vielmehr unterscheiden sie sich darin, welche Interessen und Kompetenzen im Studium stärker im Mittelpunkt stehen. BWL bleibt vergleichsweise breit aufgestellt und eignet sich deshalb insbesondere, wenn du dir verschiedene wirtschaftliche Tätigkeitsfelder offenhalten möchtest.
Wie du siehst, ist ein BWL-Studium nicht einfach „irgendwas mit Wirtschaft“. Es ist eine Möglichkeit, dir eine breite Grundlage zu schaffen und gleichzeitig herauszufinden, wo deine eigenen Stärken liegen. Darin liegt auch der größte Vorteil eines BWL-Studiums.
Die Frage, ob sich ein BWL-Studium noch lohnt, lässt sich also wie folgt beantworten: Ja, es kann sich ohne Zweifel lohnen – wenn du bereit bist, dir bereits während des Studiums durch Praktika, Sprachkenntnisse oder Auslandserfahrungen ein persönliches Profil aufzubauen. Auch eine Spezialisierung – entweder bereits im Bachelor oder später im Master – ist sinnvoll, um deine Zukunftsaussichten in der BWL weiter zu schärfen.
Ob du dich also für ein BWL-Studium oder eine der zahlreichen Alternativen entscheidest, hängt letztlich von deinen eigenen Interessen ab. Entscheidend ist, was du am Ende daraus machst.